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  1. PHO•TO•GRA’PHIE

    aus altgr. φῶς, phos, φωτός, photos, „Licht (der Himmelskörper)“, „Helligkeit“ und γράφειν, graphein, „zeichnen“, „ritzen“, „malen“, „schreiben“

    Offene Serie diverse Formate (Lamdaprints) und Buch (Tintenstrahldruck, Paperback), 2009


    Seit Anbeginn der Photographie hat sich ihre Bedeutung immer wieder verändert, erweitert oder gewandelt. Mit dem Aufkommen, vor allem aber dem „Leistbar-werden“ der Digitalphotographie ist nun erneut ein Wandel im Gange. Ein Groß- teil der (westlichen) Bevölkerung besitzt bereits eine Digitalkamera. Einerseits entsteht so eine Fülle an Bildmaterial, die uns kostenlos und durch das Fehlen der Laborarbeit sehr persönlich erscheint. Andererseits verändert sich die Bedeutung der Photographie auch dahingehend, dass ein Photo nicht mehr zwingend als Abbildung der Realität gilt. Dem Inhalt wird nur mehr sehr bedingt Glauben geschenkt. Bilbearbeitungsprogramme werden mit den Kameras mitgeliefert oder sind im Internet kostenlos downzuloaden. Schon sind Pickel verschwunden, Beine verlängert, Sonnenuntergänge geschönt sowie diverse Objekte vom Bild entfernt oder gar hinzugefügt.
    In diesem Moment spüre ich weniger den Drang, nach dem nächsten Denkmal, einem Modell oder diversen Alltagsszenen vor meiner Linse zu suchen, als vielmehr die Photographie in ihrer ursprünglichen, wörtlichen Bedeutung einzusetzen: nämlich dem Malen oder Zeichnen mit Licht. Ein etwaiger dokumentarischer Zweck, der Photographien oft innewohnt, wird ihnen ebenso wie jegliche Gegenständlichkeit gänzlich entzogen.
    Die Reduktion der Photographie auf ihren urspünglichen, wörtlichen Sinn bietet mir die Möglichkeit, dieses Medium neu zu entdecken und auf eine Weise einzusetzen, die keinen Konventionen unterliegt und frei von traditionellen Aufgaben ist. Es sind somit abstrakte Bilder entstanden, die rein als solche zu verstehen und zu betrachten sind.

    ...ein Bilderbuch!